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Gerd Gruhn

 

Fotografie

 

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Unser besonderer Dank gilt unserem kompetenten Reisebüro PlanReisen, der uns als Spezialist für Indienreisen seit über 10 Jahren bestens betreut.

Ein plötzlicher, aber würdiger Abschluss

Ein kleines Update von unserer Situation hier in Indien im Bezug auf die Coronavirus-Krise.

 

Nach drei Tagen in Bhopal bekamen wir die Nachricht, dass Frieders und Christians Flüge gestrichen wurden und sie unverzüglich nach Delhi aufbrechen müssen, um für einen Ersatzflug zurück nach Deutschland bereit zu stehen. Wolfis, Inas, Maditas und mein Flug war zu dem Zeitpunkt noch auf dem Flugplan. Dadurch entschieden wir so lang es für uns möglich wäre in Bhopal zu bleiben, das Projekt so weit es geht zu Ende zu führen und die letzten verbliebenen Tage mit der gesamten Gruppe voll auszukosten. Trotzdem hing nun immer das ungute Gefühl über uns, dass jeden Moment der schwierige Anruf kommen könnte, der sagt, dass wir nun auch sofort nach Delhi aufbrechen müssten, um das Land noch vor einer endgültigen Flugverkehreinstellung verlassen zu können.

 

Es kam dann wieder anders, als erwartet. Einen Tag nach Frieders und Christians Abreise erreichte uns die Nachricht, dass nun auch eine nationale Ausgangssperre auf Indien zukäme und alle Fortbewegungsmittel in ganz Indien eingestellt würden und die Flughäfen in ganz Indien schließen würden, somit waren unsere Flüge am 26. auch gestrichen. Daraufhin entschieden wir so schnell es geht aus Bhopal mit der gesamten Gruppe nach Delhi zu fliegen und die Kinder dann im zweiten Schritt auf den Weg nach Bodhgaya zu senden, damit sie vor der Ausgangssperre wieder zurück bei ihren Familien wären und in Sicherheit die nun auch immer brennslicher werdende Situation hier in Indien auszusitzen.

 

 

Als wir nach nun leider auch nur sechs Tagen in Bhopal unsere Sachen packten, am Abend vorher die letzte gemeinsame Abendrunde mit den Kids hatten, war die Stimmung etwas gedrückt. Uns war in den Tagen zuvor schon bewusst, dass unser Projekt kein normales, friedliches Ende finden würde. Das hat uns schon die plötzliche Abreise von Christian und Frieder gezeigt, jedoch war da stetig die Hoffnung auf noch etwas mehr Zeit mit allen zusammen. Glücklicherweise, hatten wir einen gemeinsamen letzten Tag an dem wir zu dem wunderschönen, größten menschengemachten See in ganz Asien fuhren, kleine Boote mieteten und raus auf eine Insel schipperten. Die meisten der Inder können nicht wirklich schwimmen und hatten daher etwas Bedenken sich in das kleine, wackelige Boot zu setzten. Trotzdem verflogen diese Gedanken ganz schnell, als wir im Sonnenuntergang, mit Gesang der Inder und einer angenehmen, gemeinschaftlichen Stimmung geschmeidig uns übers Wasser rudern ließen. Ein toller gemeinsamer Abend und auch ein würdiger Abschluss von der wunderbaren Zeit mit diesen unglaublichen Menschen.

 

Mit einigen Komplikationen erreichten wir einen Tag später Delhi, wo wir Frieder und Christian heiter und munter wiedertrafen. Die Kinder fuhren mit Vinod am gleichen Tag mit dem Zug zurück nach Bodhgaya, wo sie nun wieder sicher mit ihren Familien zusammen sind.

 

Wir befinden uns nun im RAK International Hotel in Delhi und warten. Heute war diese nationale Ausgangssperre, welche wie eine Art Testlauf angesetzt war. Die Regierung wollte damit beobachten, wie die Bevölkerung in so einer Situation reagieren würde. Dabei wurde dieser Tag sehr strickt vom Militär kontrolliert. Es waren jegliche Ausgänge aus dem Haus verboten, abgesehen von wirklichen gesundheitlichen Notfällen. Somit machten wir uns heute einen sehr entspannten Tag auf der Dachterrasse unseres Hotels. Da uns Abhi gestern mit genug Essen und Trinken eingedeckt hatte und der Hotelbesitzer uns sehr sehr fürsorglich mit hausgemachten Frühstück versorgte, fehlte uns heute an gar nichts. Ein Tag einfach mal nichts tun, in der Sonne liegen, die Zeit reflektieren, lachen und spaßen, tat wirklich mal sehr gut, nach diesen wirklich aufregenden, arbeitsintensiven knappen drei wunderschönen Monaten.

 

Abschließend bekamen wir die Information, dass ab Mittwoch nun die „Government Flugzeuge“ aus Deutschland kommen würden und wir dann wieder sicher nach Deutschland gebracht werden.

 

Also, in den nächsten, letzten Tagen werden wir nun den Film endgültig fertigstellen, das indische Leben noch einmal auf uns wirken lassen und nicht den Kopf in den Sand wegen dieser gesundheitlichen Krise stecken. Sie ist zu etwas größerem, unkontrollierbaren für uns geworden und wir werden nun einfach das Beste aus dem ziehen, was uns noch übrig bleibt. Eins haben wir nämlich aus diesem Zustand gelernt. Pläne müssen wir nicht mehr machen, sie würden eh nur schief gehen. Nehme alles so wie es ist und mach das bestmögliche draus.

 

Danke, Indien für diese unglaubliche Zeit. Ich werde sie nie vergessen.

 

 

 

Sarah