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Jimdo

Nachtrag. Von Kathrin

 

Seit einigen Tagen nun versuche ich einige Erlebnisse aufzuschreiben, doch es sind so viele, dass ich gar nicht hinterher komme. Jeden Tag gibt es neue Erfahrungen die mal gut und mal weniger gut sind. Oder beides gleichzeitig.

 

Zunächst ein besonders schönes Erlebnis vom 2.03.: Bei einem Workshop an der AO Zora School gab es einige Kinder, die noch zu jung waren um teilzunehmen. Ich folgte meinem Impuls und gesellte mich zu ihnen. Es war erstaunlich, wie schnell wir über Blicke und Mimik miteinander in Kontakt kamen! Schnell hatte ich einige Kinder an der Hand und wir begannen zu tanzen. Die Runde wurde immer größer. Zu Beginn noch sehr schüchtern ließen sich immer mehr Kinder darauf ein, kamen in unseren kleinen Kreis und hatten großen Spaß! Wir gingen nach unten in einen kleineren Raum und zunächst versuchte ich noch mit ihnen zu spielen und einen Theaterworkshop zu kreieren. Die Kinder ahmten jede meiner Bewegungen nach wenn sie merkten, dass ich sie aufforderte das selbe zu tun. Jedoch verstanden sie kein Englisch und ich kann kein Hindi. Zumindest kann ich sagen, wie mein Name ist ( Mera nam Kathrin hai) und fragen, wie der Name meines Gegenübers lautet ( Aap ka nam ka hai?) und konnte somit die Kinder im Kreis dazu bringen, einzeln ihre Namen zu sagen. Danach wusste ich jedoch zunächst nicht weiter, denn mir fielen weder geeignete Theaterübungen, noch Spiele für kleine Kinder ein. Auch als Dolmetscher dabei waren und wir Theaterübungen machen wollten, fühlte ich, dass das nicht das ist was die Kinder gerade brauchen. Als Neha schließlich für kurze Zeit dazukam brachte sie den Impuls ein, dass sie Wasser (Pani) spielte, vor welchem wir anderen uns fürchteten und flüchteten. Da wir nun zu zweit waren, war es einfacher den Kindern die Idee nahe zu bringen. Als ich mit den Kindern wieder alleine war, kamen wir in einen unglaublich schönen Spielfluss, spielten verschiedene Emotionen, Tiere, tanzten und spielten gegen Ende Fangen und Faules Ei. Auch die letzten Spielimpulse kamen von den Kindern. Als wir zwischendurch eine Pause machten und ich dachte, dass es nun nicht mehr weitergeht, kamen die Kinder wieder zu mir und wollten weiterspielen. Es herrschte eine unglaubliche Energie in diesem kleinen Raum und im Endeffekt spielten wir tatsächlich Theater – denn was anderes ist es, jemanden nachzuahmen, in die Rolle eines wilden Tieres zu schlüpfen oder verschiedene Gefühle zu spielen? Die Kinder gaben mir unglaublich viel Kraft und Freude und es war so schön, dass sie diese Zeit auch zu genießen schienen. Zu Beginn war es schwierig, ins Spiel hineinzukommen, doch da versuchte ich, die Kinder dazu zu bringen, etwas zu machen, anstatt etwas mit ihnen zu machen. Doch nach dieser anfänglichen Hürde kamen wir in einen tollen Spielfluss. Manchmal muss man aufhören, etwas machen zu wollen, um es tatsächlich machen zu können.

 

Nun ein stranger Tag und ein weniger schönes Erlebnis vom 7.03.: Zunächst besuchte ich mit Wolfi den traurigen Elefanten, der an drei Beinen angekettet den ganzen Tag herumstehen muss, da er sonst wohl das eine oder andere zerstört (würde ich auch wenn ich keinen Freiraum hätte...) und gaben ihm Blumenkohl und zwei Eimer Wasser, welche er durstig austrank. Anschließend trafen wir uns mit ein paar anderen zum Essen und als die anderen bereits aufgegessen hatten, mein Essen immer noch nicht da war, und Wolfi schon ein paar mal nachgefragt hatte, fragten wir erneut und dann hieß es, dass meine Bestellung nicht aufgenommen worden war (ich frage mich sowieso, wie man sich sich so viele Gerichte und Getränke ohne aufzuschreiben merken soll... ^^). Da ich insgesamt bestimmt 45 Minuten warten musste, bis ich endlich etwas essen konnte, sagte ich bestimmt, dass ich nun aber eine Cola for free bekomme und dies wurde mir auch anstandslos gewährt. Nachdem Liz beim Schneider einen Sari gefunden hatte, wollte ich nach einem Chatta (warme dünne Decke, die auch als Schal verwendet werden kann) schauen und entdeckte viele schöne Saris. Neha und ich ließen uns beide vom Verkäufer einen Sari umwickeln, da wir nicht wissen wie das funktioniert, aber gerne sehen wollten, wie er an uns aussieht. Beim ersten Sari war alles in Ordnung, doch als der Verkäufer mir den zweiten Sari umwickelte fühlte ich mich nicht besonders wohl. Er streifte häufiger als nötig Brust und Po und fasste mich an der Hüfte um mich zu drehen. Das war mir schon nicht sehr angenehm, aber der Sari wird wie ein Handtuch um die Hüfte gewickelt und dann ebenso noch einmal in das Gewickelte gesteckt um zu fixieren. Beim ersten Sari den ich anprobierte war dies in Ordnung, doch beim zweiten Sari steckte der Verkäufer den Sari vorne in meine Hose und berührte mich dort, was mir sehr sehr unangenehm war. Da es nur eine kurze flüchtige Berührung war, konnte ich nicht direkt reagieren. Mir schwirrten viele Gedanken durch den Kopf: Was ist da gerade passiert? War dies Absicht oder Zufall? Soll ich etwas sagen oder nicht? Dann erinnerte ich mich daran, dass uns vor der Reise nach Indien gesagt wurde, dass es sein kann, dass wir angefasst werden und dass dies in den meisten Fällen kein Zufall ist, da die indischen Männer beispielsweise ganz genau wissen, wie sie einem ein Kleidungsstück hinhalten können, ohne einen zu sehr zu berühren, da sie dies bei indischen Frauen gewohnt sind. Dementsprechend kann dies kein Zufall gewesen sein. Als der Verkäufer mich daraufhin noch einmal an entsprechenden Körperstellen streifte, sagte ich ihm, dass er mich nicht so sehr anfassen soll. Daraufhin nahm er sofort eine abwehrende Haltung ein, so nach dem Motto, dass man einen Sari nun einmal so befestigt und gab uns die Sachen die wir kaufen wollten ohne Einwand günstiger. Es hat einige Zeit und Gespräche darüber gebraucht, dass ich mit dieser Situation umgehen konnte. In so einer Situation möchte man niemandem voreilig etwas unterstellen und denkt, dass ja eigentlich nichts passiert ist usw., aber es ist sehr wichtig auf das eigene Gefühl zu hören! Denn wenn sich etwas nicht gut anfühlt und man es nicht möchte, ist dies eine Grenzüberschreitung und hier hat jede/r ihre/seine eigene Grenze. Mir hat es sehr geholfen, dass wir vorher schon häufig darüber gesprochen haben, dass so etwas passieren kann und dass man sich auf jeden Fall wehren und etwas sagen soll und ich bin sehr froh, dies in dieser Situation auch getan zu haben. Deshalb ist es mir auch wichtig, darüber zu schreiben, denn solche und schlimmere Situationen sind einfach scheiße und sollten nicht totgeschwiegen oder ausgesessen werden. Und es ist besser, die eigenen Grenzen einmal zu früh, als einmal zu spät aufzuzeigen. So unangenehm diese Situation war – ich habe meine Grenzen aufgezeigt und hatte damit Erfolg. Mir hing diese Situation noch ein paar Tage nach und ich hoffe, dass ich in Zukunft noch sensibilisierter darauf reagieren werde, wenn ich merke, dass mir eine Situation unangenehm ist und ich dementsprechend handeln werde. Und irgendwie habe ich mich auch darüber geärgert, dass ich trotzdem einen Sari dort gekauft habe. Als wir den Shop verließen entdeckte ich auf der anderen Straßenseite diese Schal-Decken, nach denen ich auf der Suche gewesen war. Ich kaufte eine für 300 Rupies (ca. 4 €) und entdeckte zwei Straßenstände später eine, die mir noch besser gefiel. Aber ich hatte doch schon eine... Das kommunizierte ich auch und ging weiter. Ursprünglich sollte die zweite auch 300 Rupies kosten, doch der Verkäufer kam mir hinterher und wollte sie mir für 250 anbieten. Ich lehnte zunächst ab, ging dann aber nochmal zurück, sagte dass ich sie für 200 nehmen würde und war damit erfolgreich. Die zweite Decke wurde meine Lieblingsdecke und die erste passt sehr gut zu Julia, die mir an diesem Abend mit Gesprächen und einem gemeinsamen Indianertanz um die Räucherstäbchen sehr geholfen hat und für mich da war. Danke :*

 

...Jetzt habe ich es endlich geschafft, einige Geschehnisse letzter Woche aufzuschreiben. Am Freitag waren wir auf einem großen Markt und probten für eine farbenfrohe Show, welche wir am Samstag durchführten. Doch dazu später mehr :)

 

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