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Jimdo

Du lernst nie aus - vorallem nicht wenn es um dich selbst geht von Liz

Schon am Morgen war ich mit den Gedanken zuhause in meiner Wohnung und bei einem richtig guten Kaffee ( den gibt es leider nicht hier in Indien). Den Tag mit einem solchen Gefühl, was irgendwie Heimweh, aber weniger mit Menschen verbunden ist zu starten, hat mich sehr irritiert. Aber wir sind auf einer Reise und zum Reisen gehört dieses Gefühl auch dazu. Also dachte ich mir: "Halb so wild, ich schaff das schon." Denn geplant war ein Workshop in der Mummy Jee School, in der letztes Jahr auch schon die Dreamcatcher mit der Hathi-Show zu besuch waren. Eigentlich freute ich mich auf die Schule und die Kinder, aber das innerste meiner Bedürfnisse, nämlich Alleinsein wollen, warf einen Schatten über die Freude. Trotzdem wollte ich helfen und packte mit Julia und Ramu alle Dinge zusammen und wir bestellten eine Riksha. Wolfi, Nisha und Vinod würden wir erst in der Schule treffen.


Dort angekommen sollten wir dem Riksha-Fahrer 250 Rupees zahlen, obwohl vorher nur von 150 Rupees die Rede war. Begründet durch den schlecht befahrbaren Weg ist der Preis wohl gestiegen und durch den mies gelaunten Fahrer bezahlten wir einfach, was er verlangte. Später erfuhren wir von Wolfi, dass der Weg mit 100 Rupees gut bezahlt gewesen wäre. So ein Mist! So viel also zu Lektion Nr.1 an diesem Tag: Lass dich nicht übers Ohr hauen.


Die Mummy Jee School ist eine wunderschöne Schule mit fantasievoll bemalten Wänden, vielen interessierten Kindern mit großen, erwartungsvollen Augen und Mummy Jee selbst, die eigentlich aus Frankreich kommt, aber schon seit vielen Jahren hier lebt, strahlt eine solche positive Wärme und Stärke aus, die mich total beeindruckt hat.


Nachdem wir Wolfi gefunden haben und Vinod mit Nisha angekommen war, bereiteten wir alles für den Workshop vor. Nach anfänglicher Irritation, wer denn nun den Workshop leitet, welche Musik von welchem Laptop gespielt wird und ob nur die 15 geplanten Kinder oder auch die 30 Kinder, die zum Zuschauen dazu kamen, mitspielen, ging es dann inklusive dem Publikum los. Ramu und Nisha standen nun vor der Aufgabe die Kindermasse fürs Theaterspielen zu begeistern und sie haben es tatsächlich geschafft. Alle waren motiviert mitzumachen und nach ein paar Konzeptänderungen durch Wolfi war auch die Anzahl der Kinder kein Problem mehr. Das Gelände, welches in schattiger Schulnähe lag und von ein paar Bäumen umringt war, war auch groß genug, sodass jeder sich frei bewegen konnte. Ich selbst habe anfangs versucht mitzuspielen und dabei meine Unsicherheit, die oft bei unverhofft größer werdenden Menschenmassen (ja, auch bei kleinen Menschen) auftritt, zu lösen. Jedoch fühlte sich das nicht so gut an und ich versuchte durch Video- und Fotoaufnahmen Teil des Geschehens zu werden.Bei den verschiedenen Übungen kamen einige Naturtalente zum Vorschein und am ende tanzten alle gemeinsam, was wirklich schön war. Julia hatte viel Spaß beim Spielen mit den Kindern und Ramu und Nisha haben sich als Leiter einer solch großen Gruppe mit ein bisschen Hilfe von Vinod, Wolfi und Laxman sehr gut geschlagen.


Leider musste ich beim Abbauen die Gruppe verlassen. Grund dafür war, dass viele Kinder mir ganz nah sein wollten, mich anfassten und sehr interessiert an mir selbst waren und in dem Moment nicht voll und ganz im Workshop waren. Sooo viel Aufmerksamkeit in Verbindung mit dem "Ich will alleine sein"-Gefühl war in dem Moment einfach zu viel. So kam es zu Lektion Nr.2: Ich bin hellhäutig und falle auf, egal wie sehr ich versuche mich indisch zu kleiden. Es war mir peinlich diese Situation nicht aushalten zu können und entschuldigte mich bei Wolfi und Mummy Jee, die jedoch beide sagten, dies sei nicht schlimm und dass man auf sich selbst gut achten sollte. Mummy Jee umarmte mich sogar. Vinod brachte mich dann zum Sachi Home, wo Christian und Neha mir auch helfend Rat gaben, wie es sich hier mit Erwartungen an Situationen und Menschen und den realen Tatsachen verhält.
Lektion Nr. 3: Es wird immer helfende Hände geben, wenn du dich öffnest. Außerdem ist es wichtig die Verantwortung der Gruppe gegenüber mit der Verantwortung sich selbst gegenüber im Gleichgewicht zu halten und wo sonst sollte man das besser lernen, als hier in Indien :)
Am Abend fuhren wir essen und nach Reis mit Ketchup (ja, das kann man mal machen :D) und ein paar Süßigkeiten ging es mir auch wieder besser.


Alles in allem war das ein sehr lehrreicher Tag, den ich mit dem Gefühl eines guten und fürsorglichen Miteinanders hinter mir lassen kann.

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Kommentare: 1
  • #1

    Joel (Freitag, 03 März 2017 17:10)

    Sehr schön geschrieben Liz! Du packst das schon!
    Dicker drück vom dicken:)