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Unser besonderer Dank gilt unserem kompetenten Reisebüro PlanReisen, der uns als Spezialist für Indienreisen seit über 10 Jahren bestens betreut.

In Indien ist man nie allein - Holi und der Traum von einem eigenen Theater

Mal wieder ein paar Worte aus dem bunten Indien. Jeden Tag passiert so viel, dass ich gar nicht weiß, wo ich beginnen soll. Also beginne ich erst einmal im "Jetzt": Heute ist Holi. Das Ende des Winters und der Beginn des Frühlings wird mit buntem Farbpulver gefeiert. Keiner bleibt verschont: sobald man die Straße betritt, wird man Zielscheibe von farbgefüllten Spritzpistolen der Kinder oder die Wangen werden einem rechts und links mit grell buntem Pulver bestrichen. Auf den Straßen ertönt ein Bass, der meist noch aus dem Originalkarton verpackten Lautsprechern  kommt und überall hört man Leute  „happy holi“ rufen.

Die nächsten Tage scheinen alle Schranken der Schichtzugehörigkeit aufgehoben. Überall herrscht eine freudige Stimmung und uns werden die Türen der Häuser geöffnet – für mich ist es eine Besonderheit, zu sehen, wie unterschiedlich und unter welch einfachen Bedingungen die Meisten hier so leben. Wir werden von den Familien unserer Spieler zum Chai trinken und Süßigkeiten essen eingeladen und bekommen natürlich jedes Mal wieder eine große Ladung Farbe ins Gesicht gestreut, so dass wir, nachdem wir 8 Stunden von einem Haus zum anderen gezogen sind, nicht nur von Kopf bis Fuß schichtenweise Farbpulver in allen Farben tragen, sondern unsere Bäuche auch einen Zuckerschock haben, von all den indischen Spezialitäten, die man aus Höflichkeit bei jeder Familie immer brav isst ;)  Eingeläutet wurde das dreitägige Fest mit einem 12m hohen Lagerfeuer, das die letzten Tage immer höher aufgebaut wurde mit allerlei Sachen, die man hier so findet: von Palmwedeln über Bambusstangen bis hin zu alten Saris - nur kein richtiges Holz, denn das ist rar in dieser Gegend. Bihar war früher ein Staat, der dicht von Dschungel besiedelt war und so einen Lebensraum für unzählige Elephanten bot, doch mit dem Verschwinden der Wälder wurden auch die Tiere weniger. Heute hat das hier käufliche importierte Holz einen stolzen Preis, was wir auch selber bei unserem Ausbau des Theatersaals erfahren.

Im Creacting Centre hat sich nämlich viel getan in den letzten 14 Tagen: während tagsüber unsere Intensiv-Workshopreihe stattfand, wurde meist in Abend- und Nachtaktionen am Saal gearbeitet. Die Wände des Bühnenbereiches wurden schwarz gestrichen, unzählige Löcher in die Wand gebohrt, um Vorhänge für eine bessere Akkustik aufzuhängen. Elektrik wurde verlegt, ein festes Lichtsystem installiert und eine große, stabile  Holzbühne haben wir schreinern lassen.

Der anfangs leere Raum ist nun echt in ein kleines Theater verwandelt worden und ist das erste Theater in Bodhgaya und Umgebung, das Platz für ca. 90 Zuschauer bietet (wenn man unter indischen Verhältnissen sitzt ;) ) Ja, dass so einiges hier anders abläuft, als im geregelten Deutschland, kreatives Denken erfordert und so manche Nerven kosten kann, kann sich wahrscheinlich der ein oder andere denken. Sei es eine Decke streichen, indem man wackelige Plastikstühle auf einen ebenso wackeligen Tisch stapelt, um so ohne Leiter die Farbe irgendwie an die Wand zu pinseln oder dass der Schreiner mehrmals eine Chaipause machen muss, weil alle 10 Minuten der  Strom ausfällt und man ihn dann motivieren muss, die Zeit in der es Strom gibt, effektiv zum Sägen zu nutzen.

Auch bei den Workshops haben wir es immer wieder mit Ausfällen zu tun. Spieler kommen und gehen und fordern Flexibilität bei der Gestaltung der Szenen heraus. Dieses Jahr fällt unsere Theaterzeit nämlich ausgerechnet in die Prüfungszeit der meisten Spieler und so erfodert es Koordinationskünste, überhaupt einen Kursplan zu erstellen, an dem die Mehrheit der Spieler auch anwesend sein kann. Auch das eine indische Entscheidung nie eine Endgültige ist, muss ich immer wieder mit einem Schmunzeln feststellen. Denn oftmals lautet hier das Motto: "Komm ich heut nicht, komm ich morgen", d.h. alles kann von einem Moment zum Anderen schon wieder ganz anders aussehen. Das ist ein bisschen, wie mit dem Handeln auf dem Markt. Der Verkäufer sagt seinen letzten Preis, der einem immer noch zu viel ist, man daraufhin wegläuft und kaum ist man ein paar Meter weiter gegangen, wird hinterher gerufen und man kriegt es doch einen ganzen Bruchteil weniger J.

Ja, man passt sich hier dem "indian flow" an und wenn die Examen der Schüler mal wieder spontan verschoben werden, nutzen wir die Zeit und machen einen Workshop in der kleinen Azoraschule. Auf geht es, wie so oft, zu dritt mit flatterndem Haar und mit Musikbox unterm Arm auf einem Motorrad über die Brücke des ausgetrockneten Flussbettes, auf die andere Seite in eines der kleinen Dörfer, in dem das Schulgebäude der Azoraschule steht. In Deutschland würde man denken: "Nun ja, der Trockenbau steht gerade und nun kann der Ausbau beginnen" - hier ist es jedoch mit dem Wände ziehen und Flachdach bauen oftmals schon getan. Für Putz, Mobiliar wie Tische und Stühle, reicht oft das Geld nicht. Man ist überhaupt froh, ein Gebäude mit richtigen Steinen und separaten Klassenräumen zu haben. So bieten 4 Klassenzimmer, die nur mit einem durchgesessenen Teppich und einer einfachen Tafel ausgestattet sind, für 120 Kinder einen Zugang zu freier Bildung. Auch 5 Waisenkinder haben hier ein sicheres Zuhause. Einige unserer Spieler und Kursleiter sind selbst als Halbwaisen in der Azoraschool aufgewachsen und es ist auch die Schule, in der Wolfgang vor 11 Jahren den ersten Theaterworkshop anbot. Somit wurde hier der Grundstein des Indienprojekts gelegt und es besteht weiterhin eine enge Verbindung zu diesem Ort.

Sobald wir die Musikbox angeschmissen haben und laute Bollywoodklänge ertönen, sind nicht nur die zum Workshop versammelten Kinder gespannt darauf, was für Bewegungen Abhi, unser Tanzlehrer, ihnen zeigen wird, sondern auch unzählige andere Kinder kommen aus dem Dorf, stehen hälsereckend an der Türe oder spähen neugierig von draußen durch die Gitterstäbe der Fenster. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie man mit ein paar einfach Spielen und Tänzen, die keinerlei Material benötigen, die Kinder in den Bann ziehen kann und ihnen kreativen Ausdruck ermöglichen. Denn künstlerische Fächer haben in dem sonst streng nach Buch getakteten Lehrplan, der voll von Mathe, Naturwissenschaften und Hindi ist, keinen Platz. Umso schöner ist es zu sehen, wie sich die Kinder mühelos in Tiere verwandeln oder zu unterschiedlicher Musik von der einen Emotion in die andere wechseln und danach nicht nur von Außen, sondern auch von Innen heraus, strahlen.

Auch das Creacting Culture Centre bekommt jeden Tag mehr Glanz: unsere Workshops können wir nun auf der fertig geschreinerten Bühne machen und es ist schön zu sehen, wie auch die Spieler tatkräftig anpacken. Oftmals sind wir dann alle gemeinsam bis spät in die Nacht beschäftigt, sägen Metallstangen für Vorhänge mit kleinen Sägeblättern  von Hand , malen das Creacting India Logo an die Wand, stellen uns Herausforderungen wie z.B stundenlang einen Bühnenboden mit einem Kleber zu kleben, der sich einfach nicht verteilen lassen will und der Boden im Endergebnis wellig ist, so dass man ihn danach komplett wieder entfernen muss.

Je intensiver und zeitaufwändiger, meist von 10 – 19h,  die Workshops werden, desto mehr der Jugendlichen übernachten in der Halle. Da liegen sie dann auf zwei Matten und zu fünft eng einander gedrückt unter einem Moskitonetz und wir als Deutsche mit dem Bedürfnis nach Platz und Privatsphäre können manchmal nur faszinierend den Kopf schütteln. Wir rufen uns dann ins Gedächtnis, dass der Inder auch einfach nicht gerne alleine ist und auch wir merken: in Indien ist man nie allein. Sitzt man mal mit der Intention, ein bisschen Zeit für sich zu haben und die Ruhe zu genießen, am Feuer, so dauert es keine 20 Sekunden und man ist umringt von neugierigen Menschen, die einem Gesellschaft leisten wollen. Ja, ohne seine Sippe ist man hier Nichts. Familie haben hat eine ganz andere Bedeutung in Indien als in Deutschland, denn sie gibt dir nicht nur Halt, sondern deine Kinder bzw. die Stieftochter ist auch deine Lebensversicherung fürs Alter, da du von ihnen umsorgt und gepflegt wirst. Dass die Rolle der Frau, abgesehen von den Großstädten, auch noch sehr traditionell ist, merken wir auch bei unserem Projekt. Immer wieder müssen wir um die Mädchen kämpfen, damit sie auch regelmäßig kommen dürfen. Meist sollen die Mädchen der Mutter im Haushalt helfen oder sich auf die Schule konzentrieren, während die Jungs frei in ihrer Freizeitgestaltung sind. Nicht nur einmal fährt Wolfgang oder Christian dann zu den Eltern, redet mit ihnen und muss ggf. manchmal auch noch die Erlaubnis des großen Bruders einholen, damit die Tochter, der das Theater spielen so viel Freude macht, weiterhin kommen kann.

Ja, ein Theaterprojekt durchzuführen erfordert "allround-skills", wie ich merke und dieses Jahr sind es gleich zwei Projekte: der Ausbau des Theatersaals und das Entwickeln einer Show…und eins kann ich euch verraten: Sie wird magisch!

 

 

Plötzlich im Zauber Indiens - von Luzie

Ich sitze im Hari Om Cafe, ein Restaurant nur ein paar hundert Meter vom Rajni house entfernt, das indische und internationale Leckereien anbietet und für uns wie eine Art Wohnzimmer geworden ist, denn hier trifft man eigentlich fast immer Jemand von unserer Gruppe. Hier werden bei einem Chai Tee fleißig Workshops geplant, nach passender Musik gesucht, die täglichen Abendrunden gehalten oder Blogeinträge entstehen wie dieser hier.

Seit einer Woche bin ich in Indien und Deutschland erscheint mir schon sehr weit weg, auch wenn es mich am Anfang gar nicht hat gehen lassen wollen. Die verspätete Abreise durch den Indien – Pakistan Konflikt bescherte mir eine Nacht in einem Hotel in Frankfurt und Eine in Delhi und umso größer war die Freude als ich von Frieder, Christian und Abhi mit Blumenketten und strahlendem Lächeln, in dem kleinen Flughafen von Gaya, herzlich willkommen geheißen wurde.

Als wir mit einer Rikschar durch die staubigen Straßen fahren, meine Augen kleine Straßenstände, frei herumlaufenden Kühe, jede Menge Plastik, Frauen in bunten Saris sehen, meine Ohren das ständige wett Hupen hören und die Vielfalt der indischen Gerüche meine Nase erreichen, überkommt mich ein Gefühl von Vertrautheit und es ist, wie wenn ein Teil von mir nach Hause kommt.

Schon öfter war ich in Asien mit dem Rucksack unterwegs, in Indien allerdings bisher nur im Süden und so freue ich mich nun eine andere Gegend Indiens entdecken zu dürfen und vor allem ein Teil von CreActing zu sein. Über die letzten Jahre hat CreActing sich hier in Bodhgaya und Umgebung ein ganzes Netzwerk aufgebaut, das einem immer wieder zu Gute kommt, bei allerhand Besorgungen die anstehen, Workshops die Dank Kontakten in Schulen angeboten werden können und anderen Organisationsaufgaben.

So kommt es das wir an meinem dritten Tag in Bodhgaya an einem Sonntag zu einem Waisenhaus fahren, das wie Frieder schon beschrieben hat, von einer Französin, die hier als Mummy Jee bekannt ist, aufgebaut wurde und 90 Kinder beherbergt. Nisha und Laxmann, talentierte SpielerInnen und KursleiterInnen von CreActing India geben hier einmal die Woche einen Theaterworkshop, an dem viele Kinder freudig mitmachen. Ich bin erstaunt über die derartige Energie und Spielfreude, die die sonst eher zurückhaltenden Kinder nun im Spiel an den Tag legen. Auch ich als Gast werde ohne Berührungsängste bei einer Körpermassage von einem zierlichen Mädchen durchgeknetet und auf Nachfrage zeigen sie mir ihre Schlafzimmer. Je 14 Mädchen schlafen unter einfachsten Umständen auf Holzbritschen in einem kleinen Raum, die Sanitärenanlage hat bestimmt auch schon bessere Tage erlebt und beim weiteren zuschauen beim Workshop bin ich ein wenig nachdenklich. Wieder einmal wird mir bewusst in was für einem Überfluss wir in Deutschland leben und dennoch oftmals unzufrieden sind. Hier, davon abhängig in welcher Kaste sie geboren werden, haben die Meisten kaum besitz und dennoch strahlen Einige eine Grundzufriedenheit aus, die mir zu Hause oftmals fehlt. Dass das Kastensystem , auch wenn es dies auf dem Papier offiziell nicht mehr gibt, noch stark präsent ist, merkt man auch in Alltagssituationen, bei dem bei Anträgen etc. die Unterlegenheit gegenüber einem Brahmanen oftmals zu Schwierigkeiten führt.

 

Im Theaterspiel fallen alle Aspekte, angefangen von Schichtzugehörigkeit, finanzielle Möglichkeiten über fixierte Geschlechterrollen bis hin zu Kulturunterschiede weg. Es entsteht Raum in dem man sich neu erfinden, in andere Rollen schlüpfen, seiner Fantasie und seinen Träumen freien Lauf lassen kann. Somit ist es ein wunderbares Ausdrucksmedium, das für mich, während ich hier so die Kinder beim Spielen beobachte, noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekommt - weg von Theater als reines Entertainment.

 

Am nächsten Tag wache ich in meinem rosa gestrichenen Zimmer auf und erinnere mich, dass heute ein besonderer Feiertag für die Hindus ist: Maha Shivaratri. Zunächst einmal gehe ich jedoch, in Begleitung von Christian, das erste Mal in den Mahabodhi Tempel. Ich bin erstaunt, dass es hier nicht nur den buddhistische Tempel mit dem Bodhi Baum gibt, sondern auch Gebetsorte anderer Religionen einen Platz in der großen Tempelanlage haben. Wie viele Mönche und andere Pilger aus aller Welt setzen wir uns unter den Bodhi Baum, unter dem Siddhartha Gautama Buddha seine Erleuchtung erhalten haben soll. Es tut gut den lebhaften Straßen mal den Rücken zu zu kehren und einfach die Stille und die friedliche Atmosphäre, die dieser Platz ausstrahlt, aufzunehmen. Auf dem Weg aus der Tempelanlage begegnen uns immer wieder Bettler und auch vor dem Tempel sieht man so manches Leid. Sie zu würdigen und dennoch die Bettelindustrie, die sich in in Indien entwickelt hat, nicht zu unterstützen ist ein Dilemma, da,; wie ich meine, jeder Selbst einzuschätzen hat und einen Weg finden muss damit umzugehen, ohne die Augen ganz davor Verschließen zu wollen, denn Armut so wie Reichtum gehört nun mal zu Indien - das Land der Gegensätze.

Nach einem Chai auf dem Marktplatz und dem Beobachten des Treibens, das heute eine besondere Augenweide ist, da unzählige hübsche Frauen in schillernden Saris sich mit Armreifen und Bindis ausstatten, bevor sie zu ihrer Puja Zeremonie in einen Hindutempel gehen, möchte auch ich als frau, einen Teil der Kultur erleben. Auf meine bitte nimmt Ramu von CreActing India mich mit in einen Hindutempel und eine bekannte von ihm weiht mich in das praktizieren einer Puja ein.

Zuerst denke ich: „nun ja, das wird etwa zehn Minuten gehen“. Dass ich jedoch fast zwei Stunden lang im Uhrzeigersinn von einem Götter Shrine zum Anderen wandere und Jedes Mal die gleiche Opferungs- und Gebetsreihenfolge mache, hatte ich nicht erwartet. Zuerst wird die Götterfigur mit Wasser beträufelt, dann verteilt man orangenes Pulver auf den Figuren oder Steinen und verpasst sich Selbst eine Tikka, einen Punkt auf dem dritten Auge und verheiratete Frauen noch auf dem Haaransatz. Des weiteren werden Blumen und Gemüse geopfert, Räucherstäbchen angezündet, Ghee in kleinen Nussschale gefüllt und mit dem Feuer in Gebetshaltung sein Wunsch gemurmelt. Als Higlight zerschlage ich noch eine Kokusnuss und überschütte alles mit dem Kokoswasser. Die Frauen fasten an Maha Shivaratri und bitten bei Shiva mit Durchwachen, Beten und Durchtanzen der Nacht um Segen für ihre Ehemänner. Nun ja, ich bin mal gespannt, nach 2 stunden Puja hoffe ich jetzt natürlich auf einen tollen zukünftigen Ehemann!

 

Die nächsten Tage verbringen wir nach wie vor mit Organisationsaufgaben. Wir sind sehr froh, nun eigene Räumlichkeiten zu haben, die wir nach und nach durch Anschaffungen in einen richtigen Theatersaal verwandeln möchten. Also wird eine Klimaanlage eingebaut und Vorhänge werden von Vinods Schwester genäht, um den Saal auch bei den Sommertemperaturen von 45grad nutzen zu können. Alle sind mit unterschiedlichen Aufgaben beschäftigt. . Ina sortiert Kostüme und sucht passende Musik für die Workshops heraus. Tagsüber fährt Wolfgang mit Vinod unermütlich nach Gaya, um Besorgungen wie einen Kühlschrank, Holz für die Bühne, Stühle und Drahtsysteme für die Vorhänge zu kaufen. Die Nächte verbringen Wolfgang, Christian, zusammen mit Frieder am Ausarbeiten von Workshopkonzepten und schreiben Anleitungen für Gruppenleitunge. Unsere Kursreihe, die nun beginnen soll, ist nämlich nicht nur Spieltraining für Alle, sondern auch als Supervision für die indischen Gruppenleiter gedacht. Somit sollen die Kurse auch Schwerpunkte wie konstruktives Feedback geben, sinnvolles Filmen und Therorieeinheiten über die ACT-Methode, beeinhalten.

 

Am Mittwoch am 6.3.19 um vier Uhr Nachmittag passiert es endlich: unserer erster Theaterworkshop kann beginnen. Nachdem alle ausgewählten 13 Spieler eine Abmachung unterschrieben haben, welche Punkte wie Pünktlichkeit, Anwesenheitspflicht, Verantwortungsübernahme und ein Handyverbot während des Trainings beeinhaltet, kann es los gehen. Wie immer starten wir mit einem warm up: Indiaka, Körperwahrnehmungen, sich in verschiedene Emotionen hineinversetzen zu passender Musik (wütend, traurig, ängstlich, glücklich) bilden den Anfang, dann kommen alle ins Spielen durch Gruppenaufgaben, die reine Improvisation erfordert. Aus dem Nichts entstehen kleine Szenen, die Kinder und Jugendlichen lassen Fantasiefiguren entstehen und gehen mehr und mehr im Spiel auf. Vor allem in der Feedbackrunde wird die dargelegte Diziplin und das Engagement der Gruppe gelobt, das nun, durch den geschützten Rahmen eines geschlossenen privaten Raumes, besonders gut möglich ist.

Ein Raum für Begegnung, Austausch, Spiel und Tanz zu haben ist unfassbar wertvoll, nach all den Jahren, in denen das Spiel auf den unterschiedlichsten Plätzen statt fand und immer neugierige Zuschauer anzog. Den Traum von Creacting India eigene Räume zu haben ist nun wahr geworden und die kahlen Betonräume in ein buntes Kulturzentrum mit Bühne, Beleuchtung und Alles was dazu gehört zu verwandeln; haben wir uns dieses Jahr zur Aufgabe gemacht und hoffen am Ende des Monats unsere erste Show im CreActing India cultural centre aufführen zu können

Wir alle sind mit Herzblut dabei und sind gespannt auf die weitere Entwicklung des Ausbaus und vor allem auf die kommenden intensive Workshopreihe mit tollen motivierten Spielern.

 

Namaste aus Bodhgaya und bis bald!