Die Andamanen sind eine Inselgruppe zwischen Thailand und Indien. Geografisch liegen sie näher an Thailand, politisch gehören sie zu Indien. Vom Tourismus noch kaum entdeckt, findet sich dort überall noch sehr ursprüngliche Natur und Kultur. Wir sind auf einer knapp 20 Quadratkilometer großen Insel, auf der es ca. 5 Autos gibt, 10 Autorikschas, zwei Busse und viele Fahrräder. Wunderbare weiße Strände voller Muscheln und Krebse; daneben beginnt direkt der grüne Dschungel. Unter Wasser, die herrlichsten Schnorchellandschaften. Bezaubernde Wunder der Natur wohin man schaut. Es scheint alles da zu sein, was man für ein simples und glückliches Leben braucht. Auch die Menschen scheinen größtenteils recht zufrieden. Es herrscht ein anderer Rhythmus. Der langsame Rhythmus des Insellebens.
Jedoch, der Westen hält auch hier Einzug - und mit ihm viele Veränderungen. Darunter einige neue Probleme und Herausforderungen sowohl ökologischer als auch sozialer Natur: Der Plastikmüll verrottet nicht und bleibt auf Plätzen und Wiesen einfach liegen, wird am Strand sogar aus Thailand angeschwemmt. Aus den dünnen Wänden der Bambushütten schallt der Fernseher, vor dem sich die ganze Familie allabendlich versammelt und sieht, was die Konsumgesellschaft alles zu bieten hat. So werden vermeintliche neue Bedürfnisse geweckt. Bedürfnisse nach MEHR. Abends trifft man dann auch schon die ersten Betrunkenen auf der Straße - der Alkohol läßt grüßen. DAs Öko-Resort, in dem in diesem Jahr noch die Rucksacktouristen in freier Natur leben, will sich vergrößern. Vielleicht werden schon bald die offenen, leichten Bambushütten im Inselstil von durch Beton-Hotels ersetzt. Der kleine Flughafen auf Port Blair, der bisher nur von Chennai und Kalkutta aus zu erreichen war, hat sich dem internationalen Flugverkehr geöffnet.
Es besteht die Gefahr, dass sich die Wirtschaft und die Menschen auf den Andamanen mehr und mehr in die Abhängigkeit vom Tourismus begeben. Genau das ist rund um den Globus schon vielfach geschehen und hat mehr Schaden als Nutzen gebracht, wenn es nicht im Einklang mit der Natur und den Einwohnern geschehen ist. Wir wissen nicht, ob es auch hier so kommen wird, und sowieso können wir die Zeit nicht anhalten. Aber wir können die Menschen hier - auch und besonders die Kinder - unterstützen, sich für die kommenden Herausforderungen zu wappnen. Dies tun wir mit unseren Theaterprojekten, die die Kreativität und die Persönlichkeit der Kinder trainieren.